Warum kandidierst Du für das Amt des Ortsbürgermeisters?
Die Frage habe ich mir selbst nicht leicht gemacht. Wie viele wissen, ist die bisherige Ortsspitze zurückgetreten, nachdem ich im Gemeinderat kritische Fragen gestellt hatte. Mir war deshalb wichtig, meine Entscheidung gut zu überdenken. Ich habe viele Gespräche mit meiner Familie, Freunden sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern geführt.
Dabei musste ich immer wieder an eine Frage denken, die mir schon Jahre zuvor gestellt wurde: „Warum kandidierst Du eigentlich nicht selbst?“
Mir wurde klar: Wenn man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen einzufordern, kann man nicht einfach sagen: „Nach mir die Sintflut.“ Genau deshalb habe ich mich entschieden zu kandidieren.
Nach mehr als 50 Jahren CDU-geprägter Führung des Rathauses bietet sich jetzt die Chance, neue Impulse zu setzen. Dabei geht es mir nicht darum, Bewährtes schlechtzureden oder alles anders zu machen. Vielmehr möchte ich das Gute erhalten und gleichzeitig dort neue Wege gehen, wo Kruft frische Ideen und einen anderen Politikstil braucht.
Ich bringe dafür über 20 Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik mit. Gleichzeitig habe ich als Führungskraft in einem großen Unternehmen gelernt, Menschen zusammenzubringen, Verantwortung zu übernehmen und auch schwierige Entscheidungen transparent zu treffen.
Ich kandidiere nicht gegen jemanden – ich kandidiere für Kruft. Ich möchte zuhören, Menschen verbinden und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern unsere Gemeinde weiterentwickeln. Denn ich bin überzeugt: Gute Kommunalpolitik lebt vom Austausch, von Offenheit und davon, dass Entscheidungen nachvollziehbar sind.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, gemeinsam die Zukunft von Kruft zu gestalten.
Viele kennen Dich als Kommunalpolitiker. Aber wer ist Andreas Lung eigentlich privat?
Ich würde mich selbst als kantig, ehrlich und direkt beschreiben. Ich sage, was ich denke – aber immer mit dem Ziel, Lösungen zu finden. Wer mich kennt, weiß: Man muss nicht immer meiner Meinung sein, aber man weiß immer, woran man bei mir ist.
Ich komme aus einer großen Familie. Gemeinsam mit sechs Brüdern und einer Schwester bin ich aufgewachsen. Ich bin der Älteste. Da lernt man früh Verantwortung zu übernehmen. Und ehrlich gesagt: Meine jüngeren Geschwister hatten es oft etwas leichter als ich. (lacht)
Meine Familie bedeutet mir unheimlich viel. Das Wichtigste in meinem Leben ist mein Sohn. Wenn er mit der JSG Vulkaneifel in der Rheinlandliga aufläuft, dann steht der stolze Papa selbstverständlich am Spielfeldrand. Diese Zeit ist mir heilig.
Überhaupt spielt Fußball in meinem Leben eine große Rolle. Ich habe sogar einmal in der D-Jugend bei der heimischen DJK gespielt – Talent hatte ich allerdings nicht. Aber ich wollte mich bewegen und Teil des Spiels sein, also bin ich Schiedsrichter geworden. Auch da wieder: Verantwortung übernehmen. Neben meinem kommunalpolitischen Engagement bin ich Vorsitzender der Kreisspruchkammer. Dort geht es um Fairness, Verantwortung und Gerechtigkeit – Werte, die mich schon immer geprägt haben. Deshalb bin ich an den Wochenenden auf vielen Fußballplätzen in der Region unterwegs.
Lachen kann ich übrigens auch – vor allem über mich selbst. Viele wissen gar nicht, dass ich ein echter Karnevalsjeck bin. Mit 18 Jahren habe ich sogar einmal eine Büttenrede in der Vulkanhalle gehalten. Vielleicht kommt das irgendwann wieder. Ein Ortsbürgermeister in der Bütt – das hätte doch was. Wobei ich das vorher wohl noch mit „meinem“ Karnevalsverein KG Wohlgemut abstimmen müsste. (lacht)
Geprägt hat mich vor allem ein Satz meines Vaters: „Gib immer zehn Prozent mehr, als von dir erwartet wird.“ Diesen Satz habe ich mir bis heute bewahrt – im Beruf, im Ehrenamt und auch in der Politik.
Und natürlich hat mich Kruft geprägt. Hier bin ich aufgewachsen, hier habe ich unzählige Erinnerungen gesammelt – in der Bäckerei bei meinem Vater, bei Oma und Opa Lung in der Eisbude oder bei Oma und Opa Wolf. Es sind genau diese Erinnerungen, die dafür sorgen, dass Kruft für mich nicht einfach nur ein Wohnort ist. Es ist meine Heimat.
Du bist seit über 20 Jahren Mitglied des Gemeinderates. Was hast Du in dieser Zeit gelernt?
Vor allem habe ich gelernt, dass unterschiedliche Rollen auch unterschiedliche Aufgaben mit sich bringen.
Als Fraktionsvorsitzender einer Minderheitsfraktion muss man manchmal kantig sein. Man muss Themen ansprechen, kritisch nachfragen und sich Gehör verschaffen. Das gehört zur Aufgabe einer Opposition. Vielleicht hat mich dabei auch geprägt, dass ich als Ältester von acht Geschwistern früh gelernt habe, mich durchzusetzen.
Als Ortsbürgermeister würde ich jedoch eine andere Rolle einnehmen. Dann geht es nicht mehr um Opposition, sondern darum, Menschen zusammenzubringen und Mehrheiten für gute Lösungen zu finden. Ich weiß, dass es im Gemeinderat ohne die CDU-Mehrheitsfraktion nicht geht. Deshalb ist mir ein respektvoller und vertrauensvoller Umgang mit allen Fraktionen wichtig. Gute Ideen haben keine Parteifarbe.
Mir ist aber auch wichtig, ehrlich zu sein. Viele Versprechen, die im Wahlkampf gemacht werden, stehen unter dem Vorbehalt der Beschlüsse des Gemeinderates und der finanziellen Möglichkeiten unserer Gemeinde. Deshalb verspreche ich nichts, was am Ende nicht umsetzbar ist. Ich konzentriere mich lieber auf das, was ich tatsächlich gestalten kann: mehr Transparenz, mehr Bürgernähe, eine bessere Kommunikation und eine Gemeindepolitik, die Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammenführt.
Ich sehe mich außerdem als Anwalt der Bürgerinnen und Bürger. Wenn ich den Eindruck habe, dass jemand ungerecht behandelt wird oder mit seinem Anliegen allein gelassen wird, dann möchte ich an seiner Seite stehen und helfen, Lösungen zu finden.
Was mich in den vergangenen Jahren am meisten geärgert hat, war, dass Fragen häufig unbeantwortet geblieben sind. Ich bin überzeugt: Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf Antworten. Deshalb verspreche ich schon heute: Wer mir eine berechtigte Frage stellt, wird auch eine Antwort erhalten.
Besonders stolz bin ich darauf, dass wir in der Verbandsgemeinde Pellenz gemeinsam eine Lösung für die Grundsteuer B gefunden haben, die die zusätzliche Belastung für die Wohnbevölkerung deutlich abgefedert hat. Der Anstoß kam aus unserer Fraktion, getragen wurde die Lösung letztlich einstimmig. Genau so stelle ich mir Kommunalpolitik vor: gemeinsam Lösungen finden, unabhängig davon, von wem die Idee stammt.
Transparenz spielt für mich dabei eine zentrale Rolle. Wir verwalten im Rathaus nicht unser eigenes Geld, sondern das Geld der Bürgerinnen und Bürger. Deshalb sollen die Menschen auch wissen, wofür es ausgegeben wird. Ich habe kein Problem damit, offen zu sagen, was uns beispielsweise der Betrieb der Vulkanhalle oder der Turnhalle jedes Jahr kostet. Nur wer informiert ist, kann Entscheidungen nachvollziehen.
Aus meinem Berufsleben als Führungskraft nehme ich vor allem eines mit: Zuhören ist der Schlüssel zu guten Entscheidungen. Und wenn eine Entscheidung einmal anders ausfällt, als sich jemand das gewünscht hat, dann reicht ein einfaches „Das ist eben so“ nicht aus. Entscheidungen müssen erklärt werden. Nur so entsteht Vertrauen.
Wenn Du am 16. August zum Ortsbürgermeister gewählt wirst: Was wird sich in Kruft unter Andreas Lung verändern?
Ich glaube, die Menschen werden vor allem einen anderen Politikstil erleben.
Mir ist wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger besser informiert werden. Deshalb möchte ich die Öffentlichkeitsarbeit der Ortsgemeinde deutlich ausbauen. Unsere Homepage soll modern, aktuell und informativ sein. Der WhatsApp-Kanal der Gemeinde soll zuverlässig über wichtige Neuigkeiten informieren. Nicht jeder nutzt Facebook oder Instagram – deshalb brauchen wir zeitgemäße Informationswege für alle Generationen.
Auch innerhalb der Verwaltung möchte ich die Digitalisierung weiter voranbringen. Viele Abläufe lassen sich einfacher, schneller und bürgerfreundlicher gestalten. Eine moderne Verwaltung spart Zeit – für die Bürgerinnen und Bürger genauso wie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ein weiterer Punkt ist mir besonders wichtig: Der Gemeinderat besteht nicht nur aus Ratssitzungen. Unsere Ausschüsse verfügen über viel Fachwissen. Ich möchte sie deutlich stärker in die Vorbereitung von Entscheidungen einbinden. Wenn Themen frühzeitig und sachlich diskutiert werden, entstehen bessere Lösungen und die Sitzungen des Gemeinderates werden effizienter.
Mein Motto lautet „Zuhören. Gestalten. Verbinden.“ Das ist für mich mehr als ein Wahlspruch. Ich möchte zuhören, bevor Entscheidungen getroffen werden. Ich möchte gestalten, statt nur zu verwalten. Und ich möchte Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammenbringen, anstatt Gräben zu vertiefen.
Ich wünsche mir, dass die Menschen nach einem Jahr sagen: „Im Rathaus wird offener kommuniziert. Entscheidungen werden erklärt. Man bekommt Antworten auf seine Fragen. Der Bürgermeister ist erreichbar und kümmert sich.“
Ich werde sicher nicht jedes Problem lösen können. Aber ich verspreche, dass ich ansprechbar bin, offen kommuniziere und mich mit ganzer Kraft für unsere Gemeinde einsetze. Das dürfen die Bürgerinnen und Bürger von ihrem Ortsbürgermeister erwarten.
Was liegt Dir für Kruft besonders am Herzen?
Kruft steht in den nächsten Jahren vor wichtigen Weichenstellungen. Wir haben viele Herausforderungen, aber vor allem auch große Chancen.
Ein Projekt mit enormem Potenzial ist für mich die Entwicklung des ehemaligen Magnesita-Geländes. Dort kann ein neues, modernes Quartier entstehen – mit einer Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Dienstleistungen. Quasi ein neuer Ortsteil für Kruft. Wenn wir das klug planen, schaffen wir nicht nur ein attraktives Ortsbild, sondern auch Perspektiven für gute Arbeitsplätze und vielleicht sogar neue Angebote im Einzelhandel oder in der Gastronomie. Gerade weil wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, dass immer mehr Geschäfte schließen, sehe ich hier eine große Chance für die Zukunft unseres Ortes.
Genauso klar ist aber auch meine Haltung zum geplanten Logistikprojekt am Schwimmelberg. Ich halte eine riesige Industrie- und Logistikhalle an dieser Stelle für den falschen Weg. Sie passt aus meiner Sicht weder zur Lage noch zu den Auswirkungen auf unsere Gemeinde. Deshalb werde ich alles dafür tun, dieses Vorhaben zu verhindern. Gleichzeitig werde ich mich dafür einsetzen, dass Kruft bei allen Planungen, die unsere Straßen und unsere Bürgerinnen und Bürger betreffen, auf Augenhöhe mitreden kann. Ein gemeinsamer Planungsverband wäre aus meiner Sicht dafür der richtige Weg.
Ein weiteres Thema ist die medizinische Versorgung. Die Gewinnung neuer Hausärztinnen und Hausärzte wird eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Eine Gemeinde kann keine Arztpraxis selbst betreiben, aber sie kann Voraussetzungen schaffen, Kontakte knüpfen, geeignete Räume vermitteln und aktiv um Ärztinnen und Ärzte werben. Genau das möchte ich gemeinsam mit der Verbandsgemeinde und weiteren Partnern vorantreiben.
Ebenso wichtig sind mir unsere Vereine, Nachbarschaften und das Ehrenamt. Sie machen Kruft lebendig und sorgen dafür, dass Menschen zusammenkommen. Ich möchte den Austausch mit ihnen intensivieren und sie frühzeitig in Entscheidungen einbeziehen. Mit der Fertigstellung der neuen Kindertagesstätte werden außerdem wieder Räume in der Vulkanhalle frei, die den Vereinen zugutekommen können.
Daneben beschäftigen uns weitere Zukunftsthemen: Der Glasfaserausbau ist in Kruft zwar offiziell beendet, dennoch möchte ich das Thema noch einmal aufgreifen, um sicherzustellen, dass alle Haushalte tatsächlich profitieren und mögliche Lücken geschlossen werden. Hinzu kommen die kommunale Wärmeplanung, mehr Grün und Aufenthaltsqualität im Ortskern sowie eine moderne Infrastruktur. All diese Aufgaben werden wir nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgreich gestalten können.
Kruft hat enormes Potenzial. Mein Ziel ist es, dieses Potenzial zu nutzen – mit Weitsicht, Vernunft und dem Mut, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft unserer Gemeinde zu treffen.
Warum sollten die Krufterinnen und Krufter gerade Dir am 16. August ihre Stimme geben?
Das müssen am Ende die Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden.
Ich kann ihnen nur sagen, was sie von mir erwarten dürfen.
Ich verspreche keine Wunder und keine Wahlgeschenke. Kommunalpolitik funktioniert nur gemeinsam – mit dem Gemeinderat, der Verwaltung und den Menschen in unserem Ort. Das weiß ich aus über 20 Jahren Erfahrung im Gemeinderat.
Ich werde zuhören, bevor ich entscheide. Ich werde Entscheidungen erklären, auch wenn sie nicht jedem gefallen. Ich werde erreichbar sein und Kritik nicht als Angriff verstehen, sondern als Chance, Dinge besser zu machen.
Beruflich trage ich seit vielen Jahren Verantwortung Ehrenamtlich engagiere ich mich in vielen Bereichen unserer Gemeinde und darüber hinaus. Ich weiß, dass Führung nicht bedeutet, alles allein zu entscheiden, sondern Menschen mitzunehmen und unterschiedliche Interessen zusammenzuführen.
Ich kandidiere nicht für eine Partei, sondern für Kruft. Als Ortsbürgermeister bin ich Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger – unabhängig davon, wen sie gewählt haben.
Wenn Sie sich einen Ortsbürgermeister wünschen, der ehrlich ist, Verantwortung übernimmt, zuhört und unsere Gemeinde mit Leidenschaft weiterentwickeln möchte, dann freue ich mich über Ihr Vertrauen am 16. August.